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Schon viele Jahre vor Otto Liliental versuchten verschiedene Techniker einen flugtüchtigen Apparat zu entwerfen und zu bauen, um so den Traum vom Fliegen in die Realität umzusetzen. Die ersten Ansätze hierfür sind wohl bei dem italienischen Künstler, Naturwissenschaftler und Baumeister Leonardo da Vinci zu finden. Von ihm sind Aufzeichnungen aus dem Jahr 1505 erhalten geblieben, in denen er die Möglichkeiten des Nachbaues eines Fledermausflügels für einen Schwingenflugapparat untersuchte. Viele Jahre später beschäftigten sich Wissenschaftler und Philosophen so z.B. Alphonso Borelli und Samuel Pierpont Langley mit der Frage, ob der Mensch überhaupt in der Lage sei, sich mit künstlichen Flügeln in die Luft zu erheben.
Die Flugversuche, die zwischen dem Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Ende des 19. Jahrhunderts durchgeführt wurden, gaben zunächst den Gelehrten recht, die einen fliegenden Menschen für unmöglich hielten. Alle in dieser Zeit entworfenen mit Dampfmaschinen betriebenen „Großflugzeuge” wurden entweder nicht gebaut oder scheiterten bei ihren Flugversuchen. Zu Bemerken ist hierbei, daß alle „Flugzeug”- Ingeneure dieser Zeit wie z. B. Alexander F. Moshaiski, Joseph Kaufmann und Wilhelm Kress keine Grundlagenforschung betrieben. Sie gingen vom Entwurf oder einem Modell sofort zum Großversuch über. Erst Otto Lilienthal beschäftigte sich erstmals mit den am Flügel angreifenden Flugkräften und unternahm erstmals Gleitversuche. Seine Methode der kleinen Schritte und des ständigen Wechsels zwischen praktischen Experiment und theoretischer Erkenntniss und Interpretation wurde zu einer Standartvorgehensweise für alle Fluzeugbauer die nach ihm kamen. So zum Beispiel knöpften auch die amerik. Mechanikerbrüder Wilbur und Orville Wright an seine Versuche an und unternahmen selbst nahezu 1000 Gleitversuche, ehe sie mit dem Motorflug anfingen.
Der Derwitzer Apparat von 1891 ist das erste Gleitflugzeug von Otto Lilienthal und das erste fliegende manntragende Flugzeug der Welt. Mit ihm erreichte Lilienthal in Derwitz/Krilow bei Brandenburg Fugweiten von 25 Metern.
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